Fußballreform

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Fußball ohne Ball

Hat man schon einmal versucht, Fußball zu spielen ohne Ball?

Der Ball stört doch nur. Zumindest sehe ich das als - unbedarfter - Zuseher so. Der Sinn des Spiels scheint mir offensichtlich darin zu liegen, dass eine Horde wilder Kerle auf eine andere Horde wilder Kerle gehetzt wird. Die müssen sich dann gegenseitig mit Füßen treten, möglichst schmerzhaft, auf möglichst viele Körperteile. Ersatzweise können sie sich auch die Ellenbogen in den Bauch rammen oder in die Fresse. Wozu also der Ball???

Statt des Balles könnte man an die Spieler kleine Gegenstände verteilen, die den Reiz des Spiels noch erhöhen würden: Schlagringe, handliche Bleirohre, mit Sand gefüllte Socken oder ähnliches. Aber Vorsicht, vielleicht würde dann die UNO – Menschenrechtskommission einschreiten.Wenn ich das alles richtig verstehe, sind die Spieler auf dem Feld nur so etwas wie eine Art Vorturner. Sie heizen die Leute an, 90 Minuten lang. Anschließend machen die Zuschauer da weiter, wo die Spieler aufgehört haben und prügeln sich, oft ganze Nächte hindurch.

Mit dem Ende eines Fußballspiels wird offensichtlich auch die Straßenverkehrsordnung außer Kraft gesetzt. Man darf hupend durch die Straßen fahren, über rote Ampeln, randvoll mit Bier;  man darf andere Autos anhalten, bei Bedarf umstürzen. Und die Polizisten tauschen ihre Kappe gegen einen bunten Schal und machen mit.

Was man bei so einem Fußballspiel ohne Ball nicht mehr bräuchte, wäre ein Schiedsrichter. Das wird aber den Journalisten nicht gefallen, denn dann haben sie keinen mehr, auf den sie schimpfen können.

Fußball ist Unterhaltung genug für die Nation. Da könnte man doch endlich diese schrecklichen Gewaltspiele verbieten, wo Kinder an Bildschirmen mit virtuellen Knarren auf virtuelle Gegner ballern.

  © Matthias Kleis