Pinkelkarte

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Die Mainzer Pinkelkarte

Was gab es doch früher auf dem Mainzer Johannisfest für unwürdige Szenen, wenn beschwipste Zecher mit Druck auf der Blase vor dem Toilettenhäusjen in ihrem Portmonaie kramten, kein Kleingeld fanden und mit der Toilettenfrau zankten, weil diese nicht rausgeben konnte, obwohl sie doch einen ganzen Sack voll Groschen hatte. Gottseidank sind solche Zeiten in Mainz vorbei! Denn es gibt jetzt die Pinkelkarte.

Die Idee ist ganz einfach: Man pinkelt im Abo. Einmal zahlen - zehn Mal pinkeln und dabei auch noch sparen, 10 Cent pro Runde.

Es geht also nicht um ein Geschäft. Seit Kaiser Vespasian weiland die Latrinensteuer in Rom einführte (pecunia non olet) wittert man ja auch hinter Toilettenhäusjen Gewinnsucht. Aber nein, es geht in Mainz nicht um’s Geschäft, sondern lediglich um die Vereinfachung desselben: Einmal zahlen und dann 10 Mal nur ein Kärtchen abreißen und schon kann’s losgehen.

Eine langwierige Identifizierung des Karteninhabers erfolgt nicht. Man kann also auch mit gefundenen oder geklauten Karten pinkeln, was die Blase erleichtet, aber nicht das Gewissen.

Es erfolgt auch keine Abrechnung nach Liter/Urin. Pro Kartenabschnitt darf man einmal.

Warum die Karte rot ist, wo doch Urin eher gelb - je nach Biertrinker oder Weintrinker durchaus in unterschiedlichen Nuancierungen - weiß niemand zu sagen. Wahrscheinlich hat man sich um’s Pinkeln in Mainz keinen großen Kopf gemacht.

Dieses Kartensystem ist ja für heutige Verhältnisse reichlich primitiv, perforierter Karton, bei dem man Abschnitte abreißt. Für die kommenden Jahre wird man sich da etwas einfallen lassen. Vielleicht ein Chipsystem, was ja auch die Frage der Identifizierung des Pinklers erleichtern würde. Auf diese Weise könnte man auch dieses ganze Folgeproblem des massenweisen Trinkens wenigstens computergesteuert in den Griff bekommen.

Im Gespräch ist auch die Pinkel - Flatrate: Unbegrenzt pinkeln, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche - vielleicht nicht nur auf dem Mainzer Johannisfest, sondern quer durch die ganze Republik. Und wenn das dann noch so billig ist wie eine DSL Flatrate, dann werden wir ein Volk von Erleichterten sein.

Dass Leute mit Prostataproblemen einen Aufschlag zahlen sollen, weil sie die Rinne stets länger in Anspruch nehmen, ist nur ein dummes Gerücht.